Der Kunstmann


Der Kunstmann

Residenz Verlag, Salzburg 2005
ISBN 9783701714025
Gebunden, 223 Seiten

1 Mensch und 2 Namen, 1 Leben und 2 Geschichten, 1 Kopf und 2 Ideologien: Woran kann man sich halten im Umgang mit einem Menschen, der zwei Biografien hat?

Wir wissen schon ziemlich genau, wie einer zum Nazi wird. Aber wie verlernt man einer zu sein? Eisner ist nicht der, der er zu sein vorgibt. Als hochrangiger Mitarbeiter der SS-Organisation „Ahnenerbe“ heißt er Josef Engler. 1945 schafft er sich als Josef Eisner eine neue, humanistischen Prinzipien verpflichtete Identität. Er wird zum angesehenen Literaturwissenschaftler, der unter Ausschluss der persönlichen Geschichte die mörderischen Irrtümer seines ersten Lebens korrigieren will. Als der Betrug auffliegt, sucht sein ehemaliger Assistent Roland Klement nach Antworten. Was bedeutet es, misstrauen zu müssen? Wohin führt es einen, der gelernt hat, die Dinge auf Abstand zu halten, wenn ihn sein Leitbild und Förderer radikal enttäuscht? Was bleibt, wenn sich die Lebensgeschichten nicht mehr zusammenfügen lassen, wenn die Annahmen, in denen man es sich eingerichtet hat, nicht mehr gelten und die Flucht in schnelle Urteile ebenso unmöglich wird wie ein Fazit? In ihrem erstaunlich souveränen Debüt gelingt es Gudrun Seidenauer, gleichermaßen distanziert und einfühlsam, sich und den Leser mit einem längst nicht aufgearbeiteten Kapitel der Vergangenheit zu konfrontieren.


Aufgetrennte Tage


Aufgetrennte Tage

272 Seiten 
Format: 125 x 205
ISBN: 9783701715145
Erscheinungsdatum: 10.03.2009

Die Geschichte zweier Frauen, Mutter und Tochter, die eine gemeinsame Vergangenheit haben, aber ihre Erinnerungen nicht teilen können. "Hermann ist tot, jetzt weiß sie es wieder ganz genau." Mariannes Mann ist über die Treppe gestürzt und hat sich das Genick gebrochen – ein Unfall. Sie weiß genau, wann das war: Sie hat es sich auf einem Zettel notiert, um es nicht zu vergessen, wie sie manchmal auf das Mittagessen vergisst oder den Namen der Nachbarin oder ihre Tabletten. Marianne hat Alzheimer, sie verliert ihr Gedächtnis, nun hat sie auch noch ihren Mann verloren. "Sie weint, weil sie weiß, dass es zu spät ist, obwohl er tot ist." Ein Unfall? Friederike, Mariannes Tochter, hat Zweifel. Ist ihre Mutter zur Mörderin geworden, um sich zu befreien? Während sich Friederike durch den Tod ihres Vaters dazu gezwungen sieht, sich ihrer Mutter zu stellen, weicht diese immer weiter zurück: in eine Vergangenheit, in der sie noch Kind war und noch keine Taschen und Zettel brauchte, um nicht zu vergessen. \"Aufgetrennte Tage\" ist Gudrun Seidenauers zweiter Roman: behutsam, berührend und mit einer Einfühlsamkeit, die nie auf Kosten der sprachlichen Genauigkeit geht.


Hausroman


Hausroman

320 Seiten 
Format: 125 x 205
ISBN: 9783701716012
Erscheinungsdatum: 09.10.2012

Was ein Haus erzählt: vom Leben unter einem Dach, zwischen Wänden und Türen. Und mit den Menschen geht auch die Liebe ein und aus. Da ist zum Beispiel Konrad, er ist Architekt: Als er mit Dora einzog, war sie schwanger, elf Jahre später verließ sie ihn, mit der gemeinsamen Tochter Katharina. Mit sechzehn zieht sie wieder zu ihm, er füllt den Kühlschrank auf. Und er holt das Modell der idealen Wohnanlage hervor, an dem er in den Jahren der Einsamkeit gebaut hat. Konrad sieht nicht, wie seine Tochter vor seinen Augen verschwindet, weil sie nichts isst. Er sieht aber auch Marie nicht, die Ärztin aus dem Mezzanin, die sich in ihn verliebt und Katharina nach ihrem Zusammenbruch findet. So wie diese Geschichte öffnen sich auch alle anderen Geschichten, die dieses Haus erzählt, von zwei Seiten, wie Türen, die von einem Raum zum anderen führen. Gudrun Seidenauer öffnet die Türen in einen Kosmos auf kleinem Raum, in dem Vergangenes und Gegenwart einander durchdringen. Stilistisch brillant, mit feinem psychologischem Gespür erzählt sie, was ein Haus vom Leben erzählen würde, wenn es nicht dessen stummer Zeuge wäre.

 

Was wir einander nicht erzählten


Was wir einander nicht erzählten

Milena Verlag
2018

Anders, wild, unerschrocken und mit einem geheimen Wissen ¸ber alles, was zählt und wovon die Erwachsenen keine Ahnung haben: So tritt Mella in Maries Leben. Von nun an wird das kleinkarierte Leben bunt und tief. Zu träumen und zu tun, was man will: Das ist Mellas Zauberformel, mit der sie der immer bedrohlicheren Verrücktheit ihrer Mutter begegnet. Mella erfindet sich ihre Freiheit, liebt ihren Vater, einen Musiker, beflügelt die bravere Freundin und weigert sich, Opfer zu sein. Für Mella ist das Leben ist eine Geschichte, die wir selbst erzählen, ein Song, den wir unseren Träumen ablauschen. Im Laufe des Erwachsenwerdens gerät die Freundschaft der beiden, mit Wünschen überfrachtet, in eine gefährliche Schieflage: Begehren, Verrat und das Scheitern an Ungesagtem und Unsagbaren führen zum Zerwürfnis. Auch der Tod wird dabei ein Wörtchen mitreden. Wird es in einer zufälligen Wiederbegegnung zwanzig Jahre später gelingen, die nicht zu vereinbarenden Wahrheiten der jeweils anderen gelten zu lassen?



 




 

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